Deutschland mit einer Hand im Hintergrund Wie Unternehmen jetzt die Weichen richtig stellen Das Ende der Globalisierung –
braucht Deutschland ein
neues Geschäftsmodell?
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Die Globalisierung hat ihre Dynamik verloren oder stagniert sogar – nicht erst seit der Corona-Pandemie. Die deutsche Wirtschaft, die jahrzehntelang gut vom Exportgeschäft gelebt hat, muss sich deshalb neue Geschäftsfelder jenseits der traditionellen großen Auslandmärkte suchen.

„Wenn wir auf die Globalisierung, wie wir sie kennen, nicht mehr bauen können, wo liegen dann die Wachstumsmärkte für die deutschen Unternehmen? Wo können wir unsere Stärken, die uns bisher Erfolg im Exportgeschäft eingebracht haben, einsetzen und wo muss Deutschland sich neu erfinden?“

Seit der Finanzkrise steigen weltweit die Exporte langsamer als die Wirtschaftsleistung

Differenz der jährlichen Wachstumsraten beim globalen Warenhandel und dem globalen Wirtschaftswachstum in Prozentpunkten, 2000 bis 2018

Quelle: UN Comtrade, WDI Indicators, eigene Berechnung Prognos AG

Besonders zukunftsträchtig ist die Erschließung von geografischen Märkten in der zweiten Reihe wie die Philippinen und Nigeria. Das stellt Unternehmen vor Herausforderungen und erfordert eine individuelle Analyse, welche Märkte für ein bestimmtes Unternehmen mit seinem Geschäftsmodell besonders erfolgversprechend sind. Das Gütesiegel „made in Germany“ ist dabei ein entscheidender Faktor für einen erfolgreichen Markteintritt.

„Südostasien und Subsahara-Afrika zusätzlich zu Europa und den USA: Das Geschäftsmodell Deutschland braucht neue Absatzmärkte“

Diese Schwellenländer aus der zweiten Reihe bieten langfristig Potenziale

Jährliche Wachstumsrate des realen Bruttoinlandsprodukts nach Wachstumskomponenten 2018 bis 2030, in %

Quelle: Prognos View/VIEW+ Modell

Auf den neuen Märkten sind oftmals eher einfacher konstruierte, robuste Produkte – z. B. Maschinen und Anlagen – gefragt, als solche aus dem technologisch besonders anspruchsvollen Premiumbereich. Bei der Entwicklung innovativer Exportprodukte sind hybride Geschäftsmodelle besonders vielversprechend, bei denen klassische industrielle Ansätze mit digitalen Technologien verbunden werden. So machen offene Plattformen die Analyse und Speicherung von Daten aus weltweit installierten Maschinen in Echtzeit möglich.

Unsere Analysen des internationalen Handels, der Investitionsverflechtungen und des globalen Kapitalverkehrs zeigen sehr deutlich, dass ein Abflauen der Globalisierungsdynamik nicht nur ein vages, kaum greifbares Gefühl ist. Unsere Daten belegen sehr klar, dass in fast sämtlichen relevanten Bereichen der große Globalisierungsschwung vorüber ist und teilweise sogar eine rückläufige Entwicklung zu sehen ist. Das galt bereits vor der Corona-Pandemie und ist ein stabiler Trend, der sich absehbar nicht umkehren wird.

Ein zunehmend wichtigerer Wettbewerbsfaktor wird künftig der Bereich Nachhaltigkeit. Deutschland kann auf Grundlage seines technologischen Know-hows und seiner Vorreiterrolle innerhalb der EU noch stärker den globalen Trend zu mehr Nachhaltigkeit nutzen. Ist der politische Wille da, den Klimawandel einzudämmen, geht dies nicht ohne erhebliche Investitionen in Umwelttechnik, was wiederum innovative Geschäftsmöglichkeiten eröffnet.

Starke deutsche Position im Wachstumssegment Umwelttechnik

Weltexportanteile Deutschlands in den einzelnen Segmenten der Umwelttechnik, 2017, in %

Quelle: Prognos Umweltwirtschaftsmodell envigos

Auch im Inland bieten sich zahlreiche neue Geschäftsmöglichkeiten. Unternehmen, die frühzeitig verstehen, inwiefern strukturelle Veränderungsprozesse die Binnennachfrage verändern und ein darauf passendes Produktportfolio entwickeln, werden im Inland Erfolg haben.

Die Geschäftschancen im Inland erstrecken sich auch auf den Bereich der öffentlichen Investitionen. Wir erwarten künftig höhere staatliche Investitionen in die Infrastruktur, etwa beim Verkehr oder bei der digitalen Infrastruktur. Die vorgesehenen Corona-Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur und der Transformation dürften in den kommenden Jahren den Umfang der öffentlichen Investitionstätigkeit deutlich erhöhen.

„Durch die Corona-Krise bietet sich deutschen Unternehmen die Chance bestehende Defizite im Bereich Digitalisierung zu beheben und die Vorreiterrolle beim Thema Klimaschutz auszubauen.“

Die Nachfrage nach Produkten und Leistungen, die auf die Bedürfnisse der älteren Generationen ausgerichtet sind, wird spürbar zulegen. Dazu gehören neben spezifischen Produkten für ältere Menschen auch Gesundheitsdienstleistungen oder touristische Angebote.

„Ob neue geografische Märkte, neue Produkte oder ein stärkerer Fokus auf den Binnenmarkt – all diesen Maßnahmen ist gemein, dass sie auf den bisherigen Stärken der deutschen Wirtschaft aufsetzen“

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